Joachim Neumann
Der Beitrag untersucht die allmähliche Durchsetzung der Mercator-Abbildung in Welt- und Seekarten von der Veröffentlichung der ersten großen Weltkarte durch Gerhard Mercator im Jahr 1569 bis ins 19. Jahrhundert. Anhand einer quantitativen Analyse von gedruckten Weltkarten bis 1700 und weiterer Daten aus dem Zeitraum 1700–1990 zeigt der Beitrag, dass die Mercator-Abbildung trotz ihrer eindeutigen Vorteile für die Seefahrt - insbesondere die Darstellung der Loxodrome als Gerade - nur langsam und schrittweise die dominierenden kartografischen Formen verdrängte. Die Mercator-Abbildung gewann erst im 17. Jahrhundert an Bedeutung, erreichte jedoch erst im 19. Jahrhundert eine nahezu ausschließliche Verwendung in Seekarten.