Joachim Neumann
Der Beitrag untersucht die Größe und Formatgestaltung von Kupferdruckkarten des 17. und 18. Jahrhunderts anhand einer repräsentativen Sammlung von Karten aus der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und dem Generallandesarchiv Karlsruhe. Die Analyse bezieht sich auf drei Maße: das Papiermaß (Bogenformat), das Plattenmaß (Kupferplatte) und das Kartenmaß (Rahmenmaß). Die Ergebnisse zeigen eine klare zeitliche Entwicklung: Die durchschnittlichen Formate der einfachen Einzelkarten wachsen von etwa 1580 bis 1800 kontinuierlich an, die Zunahme der Kartenformate wird technisch und ökonomisch begründet: Mit der Einführung größerer Papierbögen und technischen Fortschritten in der Papierherstellung wurde die Produktion größerer Karten möglich. Gleichzeitig sanken die Preise für Papier und Kupfer relativ zu den Realeinkommen, was die Herstellung größerer Karten wirtschaftlich tragbar machte. Der Beitrag zeigt, dass die Kartengröße nicht durch die Plattenabmessung, sondern durch die verfügbaren Papierformate limitiert war. Als Antwort auf die räumlichen Anforderungen führten die Entwicklung zu zusammengesetzten Karten und Kartenwerken, wobei die durchschnittliche Gesamtfläche von zusammengesetzten Karten deutlich anstieg.