Evert van der Zweerde
Der Beitrag analysiert den Übergang von der sowjetischen zur postsowjetischen Philosophie zwischen 1986 und 1993. Im Mittelpunkt steht die schrittweise Auflösung der ideologischen Bindung der Philosophie an den Staat und die Kommunistische Partei sowie die daraus resultierende Neuorientierung des philosophischen Denkens. Der Autor beschreibt diesen Wandel als einen mehrstufigen Prozess, der institutionelle Reformen, die kritische Neubewertung des Marxismus-Leninismus und die Öffnung gegenüber zuvor marginalisierten philosophischen Ansätzen umfasste. Zugleich wird gezeigt, dass die postsowjetische Philosophie trotz ihrer neu gewonnenen Freiheit weiterhin stark von den Strukturen und Denkmustern ihrer sowjetischen Vergangenheit geprägt blieb.