Daniil Borisovič Dondurej
Der Beitrag analysiert den Wandel der russischen Kunst im Zuge des Systemwechsels nach dem Ende der Sowjetunion. Er zeigt, dass die neu gewonnene künstlerische Freiheit nicht zu einer kulturellen Blüte führte, sondern neue Abhängigkeiten von Markt, Kommerz und privaten Geldgebern hervorbrachte. Zugleich verloren Kunst und Literatur ihre frühere gesellschaftliche Leitfunktion, während westliche Populärkultur und ökonomische Interessen an Einfluss gewannen. Die Entwicklung der postsowjetischen Kultur wird als widersprüchlicher Prozess beschrieben, in dem alte Denkmuster fortbestehen und sich mit den Anforderungen einer marktwirtschaftlichen Ordnung verbinden.