Ljudmila Nikitina
Der Beitrag zeichnet die Entwicklung der russischen Musik von den 1920er Jahren bis zur Perestroika nach und zeigt, wie sie auf politische und gesellschaftliche Veränderungen reagierte. Im Mittelpunkt steht der Wandel musikalischer Ausdrucksformen – vom dramatischen und symbolischen Stil über verschlüsselte Kritik in der Stalinzeit bis hin zu neuen experimentellen und religiösen Tendenzen. Für die zweite Hälfte der 1980er Jahre beschreibt die Autorin eine größere künstlerische Freiheit, die Rückkehr zuvor verbotener Musik sowie die gleichzeitige Vielfalt unterschiedlicher Stilrichtungen. Insgesamt wird deutlich, dass die russische Musik eng mit den historischen Erfahrungen und dem kulturellen Selbstverständnis ihrer Zeit verbunden ist.