Joachim Neumann
Der Bericht untersucht den 50-blättrigen Manuskriptatlas des Schwäbischen Kreises, den der französische Militärgeograph Jacques Michal im frühen 18. Jahrhundert erstellte. Der Atlas stellt eine einzigartige kartographische Quelle dar, die die rund hundert Kreisstände des ehemaligen Schwäbischen Reichskreises in individuellen Inselkarten darstellt, wobei Württemberg als sechsblättriges Sonderwerk behandelt wird. Die sorgfältige Ausführung und die hohe Detailgenauigkeit deuten auf eine systematische Erhebung durch Michal selbst hin, der aufgrund seiner militärischen Stellung im Kreisregiment und in der Festung Kehl Zugang zu umfangreichen Quellen hatte. Die Analyse der Quellenlage verweist darauf, dass der Atlas als Redaktionsunterlage für die spätere, 1725 veröffentlichte Suevia Universa diente, die in einem kleineren Maßstab erschien. Die Unterschiede in der Detaildarstellung, insbesondere bei Kondominaten und komplexen Territorialstrukturen, lassen sich auf die unterschiedlichen Zwecke und Maßstäbe zurückführen.