Jakob Hösel, Luisa Findeis-Gerold
Gastrointestinale Nebenwirkungen onkologischer Therapien sind häufige Beratungsanlässe in der hausärztlichen Praxis. Übelkeit, Erbrechen und orale Mukositis bis zu verschiedenartig- und -farbigen Diarrhoen oder Obstipation können auch in leichter, aber anhaltender Form Ernährung, Lebensqualität, soziale Teilhabe und Therapieadhärenz deutlich beeinträchtigen. Thematisch vertiefen wir die Inhalte aus unserer ersten Folge zum Thema mit Prof. Dr. med. Jutta Hübner und zeigen, dass Hausärzt:innen viele dieser Beschwerden mit allgemeinmedizinischem Handwerkszeug gut einschätzen und behandeln können. Auch werfen wir wieder einen Blick auf die sprechende Medizin und die Bedeutung des zugewandten Gesprächs: Hausärztliche Kompetenz liegt nicht nur in der Symptomtherapie, sondern auch im aktiven Nachfragen nach Alltagseinschränkungen, dem vertrauensvollen Umgang mit schambehafteten Themen, Belastungsgrenzen und individuellen Unterstützungsbedarfen. Therapieseitig besprechen wir symptomorientierte Basismaßnahmen, ergänzt durch eine differenzierte Einordnung komplementärer Verfahren: pars pro toto hier Probiotika, Flohsamenschalen oder Heilerde mit ihren Potentialen und Risiken. Wir sprechen über niedrigschwellige hausärztliche Supportivtherapie, Organisation von Versorgungspfaden und die Sprache in und über Versorgungssettings.