Saskia Jessica Kunz
Der Beitrag untersucht medienpädagogische Perspektiven von Grundschullehramtsstudierenden auf Kommunikation in mediatisierten Lernumgebungen (KimL). Trotz der bildungspolitischen Relevanz digitaler Kommunikation als Querschnittsaufgabe fehlen bislang empirische Befunde zu professionellen Sichtweisen von Lehramtsstudierenden auf KimL. Basierend auf einer qualitativen Analyse schriftlicher Essays (n = 69) aus dem Wintersemester 2022/23 wird in diesem Beitrag herausgearbeitet, dass KimL von den Grundschullehramtsstudierenden lediglich marginal thematisiert wird und nicht im Zentrum ihrer medienpädagogischen Reflexionen steht. Dies steht in Kontrast zur Programmatik der Kultusministerkonferenz, die Kommunizieren und Kooperieren als einen Kompetenzbereich digitaler Bildung definiert. In den wenigen Textpassagen, die sich mit digitaler Kommunikation befassen, werden jedoch vier medienpädagogische Antinomien sichtbar: die Effizienz-Authentizitäts-Antinomie, die Inklusions-Exklusions-Antinomie, die Kontroll-Autonomie-Antinomie sowie die Individualisierungs-Kollaborations-Antinomie. Die Befunde deuten darauf hin, dass Studierende strukturelle Spannungsfelder wahrnehmen, jedoch über keine elaborierten Strategien zur reflexiven Bearbeitung dieser Antinomien verfügen. Für die Lehrer:innenbildung werden Implikationen abgeleitet, die KimL als zentralen Reflexionsgegenstand medienpädagogischer Professionalisierung etablieren und kasuistische Fallarbeit sowie theoriegeleitete Reflexion digitaler Kommunikationspraktiken stärken.