Bianca Strohmaier, Wenke Möhring
Zusammenfassung: Hintergrund: In der vorliegenden Studie wurden Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf in den Bereichen Sprache und Mathematik im Anschluss an die Einschulungsuntersuchung (ESU) in Baden-Württemberg additiv und gezielt gefördert. Ziel war die Überprüfung der Wirksamkeit einer langfristigen, kleingruppengestützten Förderung in Kindertageseinrichtungen. Methoden: Die Förderung erfolgte über einen Zeitraum von 15 Monaten in Kleinstgruppen (2–3 Kinder) mit hoher zeitlicher Intensität. Ergänzend wurden qualitative Daten aus Elterninterviews und standardisierten Befragungen von Erzieher_innen erhoben. Ergebnisse: Die Kinder zeigten signifikante Zugewinne in den numerischen Kompetenzen (Effektstärke: r = .65), während sich im sprachlichen Bereich keine signifikanten Gruppenunterschiede feststellen ließen – mit Ausnahme individueller Verbesserungen. In der qualitativen Auswertung zeigten sich deutliche Unterschiede in der Bewertung: Eltern berichteten überwiegend positive Effekte, Fachkräfte betonten organisatorische Herausforderungen. Diskussion: Die Ergebnisse liefern Hinweise auf Potenziale und Grenzen intensiver, ESU-basierter Fördermaßnahmen. Zugleich verdeutlichen sie den Bedarf an strukturellen Voraussetzungen für eine nachhaltige Implementierung in der frühen Bildungspraxis.