Johanna Hilkenmeier, Frederic Hilkenmeier, Franziska Riva, Maike Hülsmann, Gabi Ricken
Zusammenfassung: Hintergrund: Lerntherapeutische Angebote finden häufig außerhalb des schulischen Rahmens statt. Ein Nachteil dabei ist, dass hierdurch nicht alle Kinder erreicht werden, die einen spezifischen Bedarf haben. Eine direkte Einbettung von Lerntherapie in den Schulalltag ermöglicht eine unmittelbare Unterstützung dieser Kinder, und eröffnet durch den multiprofessionellen Austausch mit Lehrkräften neue präventive Handlungsmöglichkeiten bei Schwierigkeiten im Erwerb schriftsprachlicher und mathematischer Kompetenzen. Lerntherapie erweitert damit die Ressourcen, die Schulen aufgrund eines Lehrkräftemangels und heterogener Voraussetzungen der Kinder dringend benötigen. Erste Erfahrungen zeigen, dass Lerntherapeut_innen auf vielfältige Bedingungen in Schulen treffen und unterschiedlich arbeiten. Ziel der vorliegenden Studie ist es, diese heterogenen Arbeitsweisen näher zu beschreiben sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu bestimmen. Methode: Ein Datensatz von 77 Personen, die zu ihrer lerntherapeutischen Tätigkeit in Schule befragt wurden, wurde mit einer strukturentdeckenden Clusteranalyse ausgewertet. Ergebnisse: Es konnten vier Cluster identifiziert werden: (1) Einzelförderung am Vormittag, (2) Einzel- und Gruppenförderung am Nachmittag, (3) Gruppenförderung während der Unterrichtszeit und (4) fest verankerte Lerntherapie im Schulalltag. Diskussion: Offen bleiben Fragen zur Qualität realisierter lerntherapeutischen Arbeit und multiprofessioneller Kooperation in Schule.