Stefan Strohmeier, Gunther Liebhard, Peter Strauss, Christine Stumpp, Reinhard Nolz, Cristina Vásquez, Elmar Schmaltz, Matthias Konzett, Lukas Brunnhuber, Andreas Klik
Zusammenfassung Neben der Produktion von Nahrungsmitteln gilt die landwirtschaftliche Nutzung oft als Treiber von Oberflächenabfluss sowie Sediment- und Nährstoffausträgen. Die Landwirtschaft ist zugleich außergewöhnlich anpassungsfähig und kann saisonweise neu ausgerichtet werden – auch um den Wasserrückhalt in der Landschaft zu steuern. Die landwirtschaftliche Nutzung ist großteils auf Niederschlag angewiesen; zu wenig oder zu viel Regen beeinträchtigt sowohl die Ernteerträge als auch die Bodengesundheit und dessen Funktionalität Wasser aufzunehmen, zu speichern und abzugeben. Oberflächenabfluss entsteht durch das Zusammenwirken von (Stark‑)Niederschlag, den Bodeneigenschaften und den sich verändernden Bodenzuständen, der Geländetopografie sowie – ebenfalls maßgeblich – der Bodenbedeckung und Bewirtschaftung. Starkniederschläge dominieren die direkte Abflussreaktion. Im Zuge des Klimawandels wird erwartet, dass kurze, konvektive Ereignisse tendenziell an Intensität zunehmen, da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser aufnehmen und wieder abgeben kann; auch die saisonalen Muster der Pflanzenbedeckung werden sich ändern – und damit die Zeitfenster ungeschützter Bodenoberflächen. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf in-situ-Ansätzen Wasser vor Ort und Stelle – im Feld – aufzunehmen und nicht erst im Unterlauf. In-situ-Retentionsmaßnahmen werden hierbei durch zwei ergänzende Ansätze angesteuert: (i) Verbesserung und Erhaltung der Bodengesundheit und -funktionalität, um Wasser aufzufangen, infiltrieren zu lassen, im Boden zu speichern und wieder abzugeben; und (ii) saisonale und kleinräumige in-situ-Wasserretentionsmaßnahmen, die Oberflächenabfluss zurückhalten und im Bodenprofil speichern. Langjährige Feldversuche unterstreichen den Erfolg dieser Landschaftswasserbaumaßnahmen, die in diversifizierten Kombinationen auf Einzugsgebietsebene ihr eindrucksvolles Rückhaltevermögen entfalten.