Bano Mehdi, Viktoria Emilie Arnold, Martin Tschikof
Zusammenfassung Vor dem Hintergrund zunehmender Trockenphasen in Ostösterreich wurden im Zaya-Einzugsgebiet (Niederösterreich) mit dem hydrologischen Modell SWAT+ zwei Szenarien natürlicher Wasserrückhaltemaßnahmen (NWRM) untersucht. Das Szenario „Landwirtschaftliches Management“ kombiniert Direktsaat mit Winterzwischenfrüchten auf rund 50 % der Ackerfläche. Das Szenario „Uferwaldstreifen“ ergänzt diese Maßnahmen durch 3 bis 6 m breite Laubgehölzstreifen entlang der Gewässer. In Trockenjahren erhöht die konservierende Bewirtschaftung den mittleren Bodenwassergehalt (BWG) in der 0–2-m-Schicht um 1,7–1,9 % im Gesamteinzugsgebiet, verbessert die Winterweizenerträge um im Mittel 9,3 % und steigert den Sommerabfluss geringfügig. Die zusätzlichen Uferwaldstreifen verringern den lokalen BWG durch erhöhte Transpiration, zeigen aber auf Einzugsgebietsebene kaum Auswirkungen auf den Gesamtabfluss. Die Modellstudie zeigt, dass NWRM vielversprechende Auswirkungen auf die Verbesserung der Infiltration und Wasserspeicherung sowie auf die Steigerung der Erträge haben, auch in Trockenperioden.