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◆ Historische Zeitschrift2026-08-01· Political science

„Direkte“ und „indirekte“ Steuern in Rom? Von den methodischen Problemen einer Analysekategorie und ihren Alternativen

Nathalie Marie Kettner

原始摘要(英文原文)· Original abstract
Zusammenfassung Die Erhebung von Steuern ist ein zentrales Merkmal von Staatlichkeit. Daher beschäftigt man sich in jüngerer Zeit in den Geschichtswissenschaften verstärkt mit ihr, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Römischen Reich. Bislang herrscht aber eine gewisse Unklarheit, wie römische Steuern und andere Abgabenformen klassifiziert und gedeutet werden sollen. Dies zeigt sich beispielhaft an einem unreflektierten Gebrauch von Begriffen wie „direkten“ und „indirekten“ Steuern. Der vorliegende Beitrag schlägt daher vor, konsequent und historisch informiert auf Grundbegriffe der Finanzwissenschaften zurückzugreifen und diese für die Analyse römischer Steuern fruchtbar zu machen. Dies illustriert der Beitrag zum einen, indem alternative Steuerklassifikationen – wie beispielsweise Mengen- und Wertsteuern – diskutiert werden. Zum anderen wird anhand von drei Fallbeispielen – zu Bodensteuern in den Provinzen, zur Besteuerung von Personen im Römischen Reich und zu Neros Reform der Sklavenverkaufsteuer – gezeigt, wie die Charakteristika und die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen jeder Steuer präzise analysiert werden können. So wird deutlich, dass der bewusste Gebrauch moderner Kategorien epochenübergreifende Vergleiche der fiskalischen Leistungsfähigkeit vormoderner Gemeinwesen ermöglicht.
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