Edeltraud Hammes-Schmitz, André Meisner, Maike Hülsmann, Tobias Hagen
Zusammenfassung: Hintergrund: Bildungspartizipation erfordert diagnostische Ansätze, die heterogene Lernvoraussetzungen präventiv berücksichtigen und zugleich anschlussfähig für schulische Praxis bleiben. Dieser Beitrag vertritt die These, dass Partizipation durch eine systematische Vernetzung von Schule und integrativer Lerntherapie ermöglicht werden kann, die auf dem GRID-Modell, einem auf theoretischen Modellen zur Bedingungsanalyse von Lernschwierigkeiten basierenden innovativen Konzept, basiert. Das GRID-Modell bietet einen validierten und mehrdimensionalen Diagnostik-Rahmen sowie ein Planungsinstrument für interdisziplinäre Kooperation, indem es Ressourcen, Schwierigkeiten und Lernumfelder der Kinder strukturiert und digital erfasst. Anhand erster Evaluationsergebnisse wird aufgezeigt, wie das Modell geteilte Verantwortung und gemeinsame Handlungsplanung zwischen Lehrkräften und Lerntherapeut_innen ermöglicht – ohne die Problematik des „Ressourcen-Etikettieruns-Dilemmas“. Diskussion: Der Standpunkt ist eindeutig: Ohne ein vernetztes, diagnostisches und interventionsorientiertes Rahmenmodell bleibt inklusive Bildung fragmentarisch. Auf der Basis des GRID-Modells kann eine Partizipation an Bildung ermöglicht werden.