U. Tecchiati, Konstantina Saliari, Erich Pucher
Der vorliegende Beitrag stellt die Ergebnisse der Analyse des Tierknochenfundkomplexes vor, der aus dem ältesten Horizont (5./4.–2. Jahrhundert v. Chr.) des eisen- und römerzeitlichen Brandopferplatzes von Pfaffenhofen-Trappeleacker stammt. Insgesamt wurden 13584 Tierreste ausgegraben, aber nur 3340 Tierreste mit ungefähr 1,8 kg Gewicht konnten wegen des schlechten und stark fragmentierten Erhaltungszustands bestimmt und weiteruntersucht werden. Die archäozoologische Analyse zeigt eine hohe Anzahl an Schaf/Ziege (vor allem Schaf) nach der Fundzahl, aber auch eine dominante Rolle der Rinder als Fleischlieferanten nach dem Fundgewicht. Bei den Tierresten sind zwei Merkmale besonders auffällig, und zwar die Skelettelementverteilung und die Altersprofile vor allem bei den wichtigsten Tierarten der Fundstelle (kleine Hauswiederkäuer und Rind). Die Verteilung der Knochen zeigt einen hohen Anteil an fleischarmen Regionen vor allem beim Schaf; der Schädelbereich ist am besten repräsentiert und Tali sind ebenfalls sehr häufig. Tali wurden sehr unterschiedlich behandelt. Einige Tali zeigen Ritzverzierungen auf der ventralen Artikulationsfläche, andere Tali zeigen Hinweise auf Feuereinwirkung und einige Tali zeigen keine Hinweise auf Bearbeitung oder Veränderungen. Im Fall der Rinder stellt sich die Verteilung ausgeglichener dar, aber die Schädelregion ist überrepräsentiert. Ein Vergleich mit unterschiedlichen archäologischen Fundkomplexen zeigt, dass die Tierfunde aus Pfaffenhofen auf eine besondere Selektion von Tierresten hindeuten. Dafür spricht auch die Rekonstruktion des Alters für die Rinder, die vor allem mit vielen jungen Individuen vertreten sind. Eine Verbindung mit rituellen Handlungen ist sehr wahrscheinlich, wenn der archäologische Kontext der Fundstelle berücksichtigt wird. Was wirtschaftliche Überlegungen betrifft, kann man von der Zusammensetzung der Arten – basierend auf den lokalen archäozoologischen Daten und dem ökologischen Hintergrund – eine Verbindung zur Almwirtschaft vermuten – doch ist die Interpretation des Knochenfundbestandes wegen des Fehlens guter Parallelen insgesamt schwierig.