Verena Bauer
In diesem Beitrag wird freiwilliges Engagement im Kontext von Flucht:Migration mit Blick auf das aus der Sozialen Arbeit bekannte Spannungsfeld von Nähe und Distanz diskutiert. Es werden erste Ergebnisse einer rekonstruktiven, interviewbasierten Studie vorgestellt und die Perspektiven der Engagierten innerhalb dieses Spannungsverhältnisses beleuchtet. Die Analyse im methodologischen Verständnis der Grounded Theory zeigt, dass die Engagierten die emotionale Nähe und Distanz ambivalent erleben: Nähe kann als beziehungsstiftend und gefährlich, Distanz als schützend und enttäuschend gedeutet werden. Im Beitrag werden drei zentrale Handlungsmuster im Umgang mit Nähe und Distanz identifiziert – Neuausrichten der Beziehung bei enttäuschender Distanz, selektives Zulassen von (als gefährlich gerahmter) Nähe sowie Ringen um Kommunizierbarkeit von wahrgenommener Grenzüberschreitung – und die Ergebnisse machtkritisch und mit Bezug auf die Soziale Arbeit eingebettet.