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2026-08-03· Political science

Bereichsübergreifendes wissenschaftliches Denken in der frühen und mittleren Kindheit - Entwicklungsschritte und Einflussfaktoren

Jeanette Piekny

原始摘要(英文原文)· Original abstract
Das Ziel des Forschungsprozesses, dem die vorliegende Arbeit zugrunde liegt, bestand darin, vor dem Hintergrund einer zunehmenden Fokussierung von Kindertageseinrichtungen auf naturwissenschaftliche Bildungsprogramme zu einer differenzierten entwicklungspsychologischen Betrachtung des wissenschaftlichen Denkens in der fruhen und mittleren Kindheit beizutragen. Hierbei wurde das bereichsubergreifende wissenschaftliche Denken, d.h. die Fahigkeit zur Anwendung und das Verstandnis fur die kindlichen Methoden der Erkenntnisgewinns fokussiert. Zu Beginn der Arbeit wird der theoretische Hintergrund der entwicklungspsychologischen Forschung zum wissenschaftlichen Denken von den Anfangen durch Piaget bis zum Scientific Discovery as Dual Search (SDDS)- Modell dargestellt. Aus den bisherigen Befunden ergaben sich noch offene Forschungsfragen zur Entwicklung der drei Komponenten der Hypothesengenerierung, des Experimentierens und der Evidenzbewertung des SDDS- Modells, die im Rahmen zweier empirischer Studien uberpruft worden sind. Die Ergebnisse der beiden Studien zeigten, dass sich die drei Komponenten im Laufe der fruhen und mittleren Kindheit asynchron entwickeln. Die Fahigkeit zur Bewertung eindeutiger Evidenzen ist bereits im fruhen Kindergartenalter moglich, wahrend die Bewertung uneindeutiger Evidenzen und das basale Experimentierverstandnis fruhestens am Ende des Kindergartenalters nachweisbar waren. Das flexible Generieren und Adaptieren von Hypothesen an vorgegebene Evidenzen ist erst mit Beginn der Adoleszenz moglich. Die weitere theoretische Analyse dieser Ergebnisse fuhrte zu der Hypothese, dass sich die Komponenten des wissenschaftlichen Denkens aufgrund unterschiedlicher metakognitiver Anforderungen asynchron entwickeln. Diese Hypothese floss in die theoretische Erarbeitung der dritten Studie dieser Arbeit ein, die sich mit dem Versuch einer Erklarung fur die Entstehung interindividueller Unterschiede im Experimentierverstandnis befasste. Auf der Basis der Modelle von Deanna Kuhn (1999, 2000) wurde das Verstandnis falschen Glaubens als mogliche Vorlauferkompetenz des Experimentierverstandnisses herausgearbeitet empirisch uberpruft. Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten pradiktiven Zusammenhang zwischen dem Verstandnis falschen Glaubens im Alter von vier Jahren und dem basalen Experimentierverstandnis im Alter von funf Jahren. Auf der Grundlage der Ergebnisse aller drei Studien, des SDDS-Modells und der Modelle von Kuhn (1999, 2000) wurde ein verknupftes Modell zur Entwicklung des bereichsubergreifenden wissenschaftlichen Denkens formuliert. Anschliesend folgt eine Diskussion des verknupften Modells vor dem Hintergrund ausgewahlter Theorien der kognitiven Entwicklung, sowie der Erorterung theoretischer und methodischer Kritikpunkte. Die Arbeit schliest mit Vorschlagen zu weiterfuhrenden Forschungsarbeiten und Anwendungsmoglichkeiten ab.
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