Gerhard Moitzi, Johannes Schantl, Manfred Drexler, Walter Jansel, Andreas Lamprecht, Christoph Hödl, Helmut Wagentristl, Reinhard W. Neugschwandtner
Zusammenfassung Auf einem Hochertragsstandort in der Südsteiermark wurden in einem Langzeitdüngungsversuch mit Stickstoff (N) für zehn Versuchsjahre (2011–2016, 2018, 2020–2022) der Kornertrag, die N-Bilanz und die Energieeffizienz in elf mine-ralisch gedüngte Varianten mit 115, 145, 180, 210 und 240 kg N/ha sowie einer ungedüngten Kontrolle hinsichtlich optimaler N-Düngermenge untersucht. Kalkammonsalpeter wurde bei allen Düngermengen verglichen. Bei einer Düngermenge von 180 kg N/ha wurden zudem unterschiedliche Düngerarten (Kalkammonsalpeter, Linzer STAR, ENTEC® 26, Harnstoff ), Ausbringzeitpunkte und der Anzahl der Gaben verglichen. Der Kornertrag und der N-Gehalt im Korn stiegen mit der N-Düngung, wobei die höchsten Gaben keine Effekte mehr zeigten. Die N-Düngung erhöhte auch die N-Bilanz (Summe aus N-Düngung minus N-Entzug) und die Energienutzungseffizienz (ENE = Energieoutput/Energieinput). Sehr hohe Düngermengen erhöhten jedoch die N-Bilanz stark und führten zu einer Abnahme der ENE. Als optimale Düngermenge für eine ausgeglichene N-Bilanz wurden 139 kg N/ha und für die höchste ENE 167 kg N/ha berechnet. Der Wert für die ENE deckt sich mit den nationalen Empfehlungen für eine sachgerechte Düngung. Eine optimale standortangepasste N-Düngermenge sollte sich aus ökologischer Sicht jedoch an der N-Bilanz orientieren. Bei einer Düngermenge von 180 kg N/ha hatten die Varianten keinen Einfluss auf den Kornertrag und einen geringen auf die N-Bilanz und die Energieeffizienz.