Klaus Michael Reininger, Martin Rochus Kokot
Der gesellschaftliche Anstieg von politischer Polarisierung scheint evident. Die Voraussetzung demokratischer, pluralistischer Gesellschaften hängt davon ab, dass alle Gruppen sich tolerieren und aktiv im politischen Sinne miteinander koalieren, kooperieren und Kompromisse bilden können. Diese demokratischen Verhaltensweisen werden im Kontext von Polarisierung zunehmend erschwert. In einer korrelativen Studie, die im Rahmen der Mitte-Studie erfolgte, konnten wir beobachten, dass kognitive Mentalisierung negativ mit antidemokratischem Denken, Fühlen und Handeln zusammenhängt. In drei randomisiert-kontrollierten Studien in politisch-polarisierten Gruppen sowie in zwei Studien mit religiösen Gruppen konnten wir mithilfe einer metakognitiven/mentalisierenden Intervention Polarisierung reduzieren und demokratische Intentionen steigern. Im Beitrag werden die Studien, aber vor allem die Bedeutung für die psychotherapeutische Arbeit thematisiert.