Antje Gumz
Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung (Alliance Ruptures) treten in jeder Psychotherapie auf. Sie bergen ein hohes Risiko für Therapieabbrüche und schlechtere Therapieergebnisse. Gleichzeitig bieten sie eine große Chance. Wenn es uns als Therapeuten gelingt, in herausfordernden Situationen in einen hilfreichen Dialog zu treten, kann eine neue Beziehungserfahrung vermittelt werden. Dies ist oft einfacher gesagt als getan. Wir Therapeuten reagieren häufig selbst subtil feindselig und treten mit unseren eigenen früheren Beziehungserfahrungen, Vulnerabilitäten und unerfüllten Bedürfnissen in die Beziehung zu unseren Patienten. So werden auch unsere eigenen unvollständig gelösten Konflikte spürbar. Im Beitrag werden Wege des Umgangs mit Spannungen und Krisen in der Therapiebeziehung beschrieben. Die besondere Bedeutung emotionaler Verbundenheit und einer authentischen, nicht-autoritativen Haltung sowie einer Kultur der Akzeptanz und Neugier wird dargelegt. Ein Aus- und Weiterbildungsprogramm, das Modifizierte Allianz-Fokussierte Training mit Doppeln (MAFT-D) für einen kompetenten Umgang mit Spannungen und Krisen unter Einsatz von Videoaufzeichnungen, Rollenspielen und der Doppeltechnik wird vorgestellt.