Lars Becherer, Felix Werneburg, Matthias Aurich
All articles of this category (opens in new window) Durch das Verständnis der funktionellen Anatomie mit der engen Lagebeziehung zu neurovaskulären Strukturen und der komplexen Biomechanik konnten Fortschritte in der arthroskopischen Diagnostik und Therapie des Ellenbogengelenks mit Verringerung der Komplikationsrate erzielt werden. Dies erweitert das Indikationsspektrum kontinuierlich und ermöglicht die minimalinvasive Behandlung komplexer intraartikulärer wie auch kapsuloligamentärer Pathologien, die zuvor überwiegend offenen chirurgischen Verfahren vorbehalten waren. Kernaussagen Die Ellenbogenarthroskopie (EBG-ASK) hat sich als diagnostisches und therapeutisches Instrument etabliert. Zugänge zum Ellenbogengelenk erfordern präzise anatomische Kenntnisse. Portale werden mit der „Nick and spread“-Technik etabliert (Dermis inzidieren und subkutan stumpf spreizen). Die Neurolyse des N. ulnaris ist vor der arthroskopischen Arthrolyse obligat, wenn eine Bewegungsverbesserung von über 30° erwartet wird. Arthroskopische Techniken gewinnen zunehmend auch in der Frakturversorgung an Bedeutung. Die floride Gelenkinfektion und schwere Kontraktur mit vollständigem Verlust der Gelenkhöhle stellen absolute Kontraindikationen für die ASK dar. Die häufigste Komplikation nach arthroskopischen Eingriffen ist die postoperative Gelenkeinsteifung (4,5 %), gefolgt von Nervenläsionen (3,4 %). Zukünftige Entwicklungen betreffen Erweiterung des Indikationsspektrums, kleinere stabilere ellenbogenspezifische Instrumente und Implantate, minimalinvasive Teilprothetik, aber auch KI-basierte Navigation bzw. Verbesserung der Ausbildung durch Verwendung von Virtual und Augmented Reality.