Daniel Radeloff
Zusammenfassung: Suizidprävention im Jugendalter ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der der Kinder- und Jugendpsychiatrie angesichts der hohen Prävalenz psychischer Störungen unter Suizidenten eine zentrale Rolle zukommt. Doch nehmen Jugendliche vor einem Suizid überhaupt jugendpsychiatrische Hilfen in Anspruch? Diese Übersichtsarbeit geht auf Kontaktraten zur Kinder- und Jugendpsychiatrie und anderen Institutionen vor einem Suizid ein. Es wird beleuchtet, wie häufig nicht-letale Suizidversuche einem Suizid „als Warnsignal“ vorausgehen und welche individuellen und strukturellen Barrieren Jugendliche daran hindern, jugendpsychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus wird diskutiert, ob Messenger-basierte Präventionsangebote diejenigen Jugendlichen erreichen, die den Weg in die Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht finden. Ziel dieses Reviews ist es, bestehende Versorgungslücken aufzuzeigen und mögliche Ansatzpunkte für digitale Präventionsstrategien in der Praxis zu identifizieren.