Péter Jaksch, Ecevit Uzunkaya
Zusammenfassung Seit einigen Jahren wächst der Anteil von Patient:innen mit interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) im Rahmen systemischer Autoimmunerkrankungen, wie rheumatoide Arthritis (RA), systemische Sklerose, systemischer Lupus erythematodes (SLE) oder Mischkollagenosen (MCTD), im Kollektiv der Lungentransplantations(LuTX)-Patient:innen. Gerade diesem Kollektiv eröffnet die LuTX oft die einzige therapeutische Perspektive. Im Vergleich zu Patient:innen mit interstitieller Lungenfibrose wurden in LuTX-Studien im Wesentlichen ähnliche Ergebnisse in Bezug auf Abstoßungsreaktion, Outcome und Überleben erzielt, sodass rheumatologische Grunderkrankungen keine Kontraindikationen zur LuTX darstellen. Vielmehr ist die LuTX in dieser Klientel eine sichere und effektive Behandlungsoption. Mögliche Komorbiditäten, wie gastroösophagealer Reflux und Aspiration, renale Beteiligung, Gefäß- und Hautmanifestationen, sowie ggf. eine erforderliche Immunsuppression aufgrund der Grunderkrankung und spezifische onkologische Risiken stellen besondere Herausforderungen im LuTX-Management dar. Grundsätzlich sind eine frühe Zuweisung in ein Transplantationszentrum, eine multidisziplinäre Abklärung mit Fokus auf extrapulmonale Manifestationen, eine individuelle Anpassung der Immunsuppression, eine interdisziplinäre rheumatologische Betreuung und ein spezifisches Nachsorgeprogramm sinnvoll. Das Wiener LuTX-Programm, eines der größten Zentren Europas, verfügt über eine langjährige Erfahrung in der LuTX-Behandlung, darunter auch Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen. Im vorliegenden Artikel werden die Wiener LuTX-Daten dargestellt, die internationale Literatur kritisch beleuchtet und Empfehlungen für das Management dieser besonderen Patient:innengruppe abgeleitet.