Anja Schiepe-Tiska, Anna Heinle, Pia Todtenhöfer, Frank Reinhold, Knut Neumann, Kristina Reiss
Zusammenfassung Lern- und Leistungsaufgaben sind zentrale Elemente des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts und wichtig für die Umsetzung der Bildungsstandards. Der Beitrag analysiert N = 5877 Aufgaben aus der PISA-Ceco-Studie hinsichtlich ihrer Orientierung an den Bildungsstandards (Fachkenntnisse, Fachmethoden, Kommunikation, Reflexion) und ihres motivationalen Potenzials (z. B. innere Differenzierung, Lebensweltbezug, Autonomie- und Kompetenzunterstützung). In Mehrebenenmodellen werden Unterschiede nach Aufgabenart (Lern- vs. Leistungsaufgabe), Fach (Mathematik vs. Naturwissenschaften) und Schulart (gymnasial vs. nicht-gymnasial) untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Leistungsaufgaben vor allem Fachkenntnisse und Fachmethoden fokussieren, Lernaufgaben adressieren hingegen häufiger kommunikative und reflexive Anforderungen und weisen ein höheres motivationales Potenzial auf. Fach- und schulartspezifische Muster verweisen auf unterschiedliche Aufgabenkulturen. Die Ergebnisse zeigen, wie Bildungsstandards in Aufgaben umgesetzt werden, und geben Hinweise für eine standard- und motivationsorientierte Aufgabengestaltung im Sinne mehrdimensionaler Bildungsziele.