Martin J. Kainz, Cihelio Alves Amorim, Herbert Formayer, T. Schilcher, C. Gützer, Harald E. Rieder, L. Kenjeric, Wolfgang Kandler, C. Bauer, E. Peham, G. Gratzl
Zusammenfassung Im Rahmen des Forschungsprojekts TeichFit wurden neun Fischteiche im Bezirk Gmünd hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Landschaftswasserhaushalt, die Wasserqualität, die Klimaregulation und die Biodiversität untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ökologisch intakte Teiche hochwertige, gesunde Lebensmittel liefern, wenn Management, Fütterung und Zubereitung berücksichtigt werden. Die analysierten Herbizidkonzentrationen lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten, was auf wirksame Retentions- und Verdünnungsprozesse innerhalb der Teiche hinweist. Darüber hinaus liefern die nachhaltig bewirtschafteten Fischteiche hochwertige Nahrungsmittel und tragen durch die Produktion von Speisekarpfen zur Versorgung mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren bei. Mittels stabiler Wasserisotope (δ 2 H, δ 18 O) konnten teichspezifische Verdunstungsmuster und lange Wasserverweilzeiten nachgewiesen werden. Die Teiche reagieren sensibel auf klimatische Veränderungen und eignen sich daher als Indikatoren für die Auswirkungen des Klimawandels. Langfristige Messungen zeigen zudem eine deutliche Erwärmung der Wassertemperaturen seit den 1960er-Jahren und prognostizieren weitere Temperaturanstiege im Verlauf des 21. Jahrhunderts. Die hohe strukturelle Vielfalt der Teichlandschaft fördert eine außergewöhnlich hohe Biodiversität. Die Artenvielfalt von Phyto- und Zooplankton ist etwa dreimal höher als in vergleichbaren alpinen Seen und unterstreicht die Bedeutung der Teiche als Hotspots biologischer Vielfalt und wichtiger Ökosystemleistungen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Teichlandschaft des Waldviertels weit über ihre fischereiwirtschaftliche Funktion hinausgeht und eine zentrale Rolle für Wasserhaushalt, Klimaresilienz, Biodiversitätsschutz und nachhaltige Regionalentwicklung spielt.