Christoph Steiger, Dirk Schlicke
Abstrakt Randbalken, auch als Brückenkappen bezeichnet, sind wesentliche Ausrüstungselemente von Brückenbauwerken. Die nach dem Stand der Technik ausgeführte Anordnung des Randbalkens auf der Abdichtungsebene führt zu einer systembedingten Abhängigkeit seiner Nutzungsdauer von der Lebensdauer der Abdichtung. Maßnahmen zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit des Randbalkens, etwa durch den Einsatz optimierter Betone oder korrosionsbeständiger Bewehrung, bleiben daher in ihrer Wirkung begrenzt, solange keine konstruktive Trennung von Randbalken und Abdichtung erfolgt. Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst den Handlungsbedarf anhand einer kritischen Betrachtung des konventionellen Randbalkensystems auf, das in Österreich insbesondere im höherrangigen Verkehrsnetz zur Anwendung kommt. Darauf aufbauend wird ein alternatives Randbalkensystem vorgestellt, das in seiner Form als seitlicher Brückenrandabschluss von der Brückenabdichtung getrennt ist und bereits an einem Prototypbauwerk umgesetzt wurde. Im Rahmen eines verteilten faseroptischen Monitorings (DFOS) wurden die Temperatur‐ und Dehnungszustände des Randbalkens in diesem Prototypen erfasst. Der Fokus lag hierbei auf den Zwangbeanspruchungen infolge der Betonerhärtung sowie auf den bauzeitlich induzierten Verformungen, insbesondere infolge der Lehrgerüstabsenkung.