Anurag Singh, Rajesh Kancherla, Sayan Dutta, Arnab Dey, Kuntal Pal, Bholanath Maity, Lennard Kloene, Luigi Cavallo, Rene M. Koenigs, Magnus Rueping
ZUSAMMENFASSUNG Die regioselektive meta‐C–H‐Alkylierung von Pyridinen stellt aufgrund der intrinsischen elektronischen Eigenschaften dieser Heteroarene sowie des Fehlens allgemein anwendbarer, mit einfachen Alkyl‐Elektrophilen kompatibler Strategien seit langem eine zentrale Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Alkylierungen vom Minisci‐Typ, die bevorzugt elektronenarme Positionen funktionalisieren, blieb die meta‐Alkylierung unfunktionalisierter Pyridine mit Alkylbromiden bisher unerreichbar. Wir berichten hier über eine photoinduzierte palladiumkatalysierte Strategie, die eine regioselektive meta‐Alkylierung von Pyridinen mit kommerziell erhältlichen Alkylbromiden über einen redoxneutralen Dearomatisierungsweg ermöglicht. Die Anregung von Palladium mit sichtbarem Licht erzeugt eine hybride Alkyl–Pd(I)‐Radikalspezies, die trotz inhärenter Polaritätsfehlanpassung eine regioselektive Addition an Oxazinopyridin‐Zwischenstufen eingeht und dabei vor der Rearomatisierung ein stabilisiertes π‐Allyl‐Pd(I)‐Radikal bildet. Die Methode weist eine große Substratbreite auf, die vielfältige Pyridine, Chinoline und Alkylbromide umfasst, und erlaubt Eintopf‐ sowie sequenzielle meta‐Funktionalisierungsstrategien. DFT‐Rechnungen stützen einen radikalischen Außensphärenadditions‐mechanismus und rationalisieren die beobachtete Regioselektivität. Diese Arbeit begründet ein neues Paradigma für die Pd‐katalysierte meta‐C–H‐Alkylierung von Azinen und stellt einen konzeptionell komplementären Ansatz zur klassischen und bedeutenden Minisci‐Chemie dar.